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Systemtheorie (Luhmann)
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Die Luhmannsche Systemtheorie ist eine Spielart der Systemtheorie des deutschen Soziologen Niklas Luhmann, in welcher die Welt als grundlegend aus autopoietischen Systemen bestehend betrachtet wird, welche klar von ihrer Umwelt getrennt sind (von ihm Differenz genannt). Einen besonderen Einfluss hatte diese auf die Soziologische Systemtheorie als eine soziologische Theorie, in welcher die Gesellschaft als ein âumfassendes soziales System, das alle anderen sozialen Systeme in sich einschlieĂtâcite-ref-1[1], beschrieben und erklärt wird. Er beschreibt, wie unter diesen Voraussetzungen Soziales entstehtcite-ref-2[2] und sich durch funktionale Differenzierung in verschiedene soziale Systeme abgrenzt.
Die Theorie ist von traditionellen Denkweisen und Ausgangspunkten komplett abgegrenzt. Luhmann lehnt ontologische und transzendentalphilosophische Voraussetzungen und auch den Subjektbegriff ab.cite-ref-3[3] Ausgenommen ist die Eingangsthese âEs gibt Systemeâ / âEs gibt selbstreferentielle Systemeâ, die fĂźr Luhmann mit keinem erkenntnistheoretischen Zweifel verbunden ist.cite-ref-4[4] Luhmanns Theorie gilt zusätzlich unter anderem deshalb als besonders komplex, weil sie den Selbstbezug als Thema behandelt und gleichzeitig auf sich selbst Bezug nimmt.
Die Entwicklung der soziologischen Systemtheorie als Hauptwerk Luhmanns in Monographien besteht in der Grundlegung der Begriffe und Unterscheidungen (Soziale Systeme, 1984), in darauf folgenden Beschreibungen verschiedener ausdifferenzierter sozialer Systemecite-ref-5[5] und schlieĂlich in der Erklärung der Gesellschaft als umfassendes soziales System (Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997).
Contents
⢠Autopoiesis
⢠Soziale Systeme
⢠Kritik
⢠Trivia
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Einzelnachweise
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Theoretische Grundentscheidungen
Statt von Einheiten (z. B. menschlichen Individuen) auszugehen, die durch ihre Beziehungen einzelne Systeme bilden und dadurch letztlich an Gesellschaft teilhaben, geht Luhmann auf einer sehr abstrakten Ebene von Ereignissen und von Differenzbildungen (vgl. Differenz (Luhmann)) aus. Ereignisse (âOperationenâ) schlieĂen sich in spezifischer Weise und in spezifischen Medien an vorangegangene gleichartige Ereignisse an. Durch diese â gegenĂźber andersartigen Operationen geschlossenen â Operationsweisen entstehen Systeme, und mit diesen Systemen entstehen ihre systemspezifischen Umwelten.cite-ref-6[6] Die Operationsweise sozialer und psychischer Systeme ist autopoietisch, und die Operationen bilden abgeschlossene Kreisläufe:cite-ref-7[7] Die Operationen verschiedener Systeme durchdringen sich nicht, Operationen eines Systems kĂśnnen nicht direkt an Operationen eines anderen Systems anschlieĂen.cite-ref-8[8] Dies ist unabhängig davon, dass handelnde Menschen und Folgen von Handlungen beobachtet werden. Das umfassende soziale System âGesellschaftâ differenziert sich dadurch in weitere soziale Systeme aus (darunter: Wirtschaft, Recht, Wissenschaft, Politik, Religion, Erziehungcite-ref-9[9]). Luhmann setzt den evolutionären Prozess der funktionalen Ausdifferenzierung des Gesellschaftssystems in unterschiedliche soziale Systeme als zentralen Bestandteil seiner soziologischen Theorie und nimmt in diesem Zusammenhang Bezug auf historische Gesellschaftsformen und auf die Geschichte gesellschaftlicher Entwicklungen.cite-ref-10[10]
Die Operationen, durch die soziale Systeme entstehen, sind als Kommunikationen (vgl. Kommunikation (Luhmann)) beschrieben, die sich Ăźber spezifische Medien und auf spezifische Weise an vorangegangene gleichartige Kommunikationen anschlieĂen. Die Operation Kommunikation ist dabei als Einheit von Information, Mitteilung und Verstehen beschrieben; Information, Mitteilung und Verstehen sind fĂźr Luhmann Selektionen. Die autopoietische Operation Kommunikation ist in diesem Sinne keine Ăbertragung oder Handlung, sondern ein âProzessieren von Selektionâ oder eine âSynthese dreier Selektionenâ.cite-ref-11[11] Der Kommunikationsbegriff kommt ohne den Begriff der Intentionalität und Sprachlichkeit aus.cite-ref-12[12] Kommunikation als Synthese der Selektionen Information, Mitteilung und Verstehen kann nicht auf einzelne Bewusstseine oder Individuen zurĂźckgefĂźhrt werden â auch wenn es fĂźr den Fortgang der Kommunikation notwendig ist, die Mitteilung als Handlung zuzurechnen und Kommunikation vereinfachend mit dem Handlungsbegriff zu beschreiben.cite-ref-13[13] Kommunikationen â nicht Menschen, Gedanken oder individuelle Handlungen â sind die Letztelemente sozialer Systeme.
Bewusstseine sind als psychische Systeme beschrieben. Die Letztelemente psychischer Systeme sind Gedanken. Gedanken folgen auf Gedanken in einem Medium, das Luhmann als Sinn beschreibt. Bewusstseine sind ebenso wie soziale Systeme als sinnverarbeitende Systeme beschrieben; ihre Grenzen sind Sinngrenzen.cite-ref-14[14] Die Sichtweise auf Gesellschaft als umfassendes Sozialsystem ist evolutionär. Systeme und Umwelten â und damit auch Systeme und andere Systeme â entstehen und entwickeln sich durch gleichzeitiges Operieren. Die Zeit spielt eine wesentliche Rolle bei der Erklärung sozialer Vorgänge.cite-ref-15[15]
Ein Ausgangspunkt der Theorie ist die These (Setzung) der radikalen Trennung der Systeme in Bezug auf ihre Operationen.cite-ref-16[16] Auf der Ebene der Erfahrung und bezogen auf Bewusstseine (als psychische Systeme) wird mit der Setzung dieser Trennung die UnmĂśglichkeit benannt, dass der Eine (âEgoâ) die Gedanken des Anderen (âAlterâ) als solche und identisch erfahren kann, und dass der Eine folglich seine Gedanken nicht unmittelbar und direkt an die Gedanken des Anderen anschlieĂen kann. Im Zusammenhang damit steht die Erfahrung, dass nicht alles, was gedacht wird, auch gesagt wird, dass also nicht alle Gedanken in die Kommunikation eingehen; und umgekehrt die UnmĂśglichkeit, alles Mitgeteilte komplett zu verstehen und in Form von Gedanken weiter zu prozessieren. Nicht alle VerstehensmĂśglichkeiten, die durch Kommunikation entstehen, werden auch realisiert.cite-ref-17[17] DarĂźber hinaus wird Kommunikation stringent als Prozess aufgefasst, der Ăźbergreifend ist und nicht durch den RĂźckgriff auf individuelle Bewusstseine erklärt werden kann.
Auch die Theorie selbst (und ihre Begriffe) ist zirkulär angelegt: âGesellschaftâ wird nicht als etwas Bestehendes angesehen, das durch eine von ihr unabhängige Theorie beschrieben und erklärt werden kann, sondern als ihre eigene Theorie einschlieĂend. Die Theorie des umfassenden Sozialsystems entsteht in der Gesellschaft, die durch sie beschrieben und erklärt wird. Luhmann schlieĂt an den Gesellschaftsbegriff der âalteuropäischen Traditionâ an, grenzt sich aber vor allem durch die Denkweise der Zirkularität von der alteuropäischen Tradition, von der klassischen zweiwertigen Logik und der ontologischen Realitätsauffassung ab. Es geht ihm um die Neubeschreibung der Kernaussagen der alteuropäischen Tradition.cite-ref-18[18] Die Abgrenzung von traditionellen erkenntnistheoretischen und soziologischen Ansichten, die EinfĂźhrung von Paradoxien (statt der traditionellen Logik) in die Theorie und die diesbezĂźgliche Auseinandersetzung mit der Literatur und der Geschichte der Traditionen nimmt in den Texten Luhmanns breiten Raum ein. Eine leitende Frage, die durch diesen Neuansatz entsteht, und die Luhmann bei der Darlegung der Theorie häufig thematisiert, ist die Frage, âob und wie Kommunikation eine Operation sein kann, die zur Emergenz und operativen SchlieĂung eines eigenständigen sozialen Systems mit einer eigenen, nicht wahrnehmbaren (!), sondern nur denotierbaren Umwelt fĂźhrt, [...] die Frage, wie eine Autopoiesis des Sozialen mĂśglich istâ.cite-ref-19[19]
Zugang zur Theorie Luhmanns
Die Luhmannsche Systemtheorie ist ein selbstreferentielles Produkt, sodass ein Verständnis von Teilen der Systemtheorie fast immer das Verständnis anderer Teile voraussetzt. In seinen VerÜffentlichungen fiel es Luhmann dementsprechend auch mitunter schwer, eine Reihenfolge der Kapitel festzulegen. Daher bereitet auch ein erster Einstieg in die Systemtheorie oftmals Schwierigkeiten.
Erkenntnistheoretische Voraussetzungen
Luhmann schlieĂt sich den zu seiner Zeit besonders diskutierten Grundannahmen der konstruktivistischen Denkweise an. Wirklichkeit wird darin als Resultat eines Konstruktionsprozesses angesehen, der auf die eigenen Bedingungen des Erkennens zurĂźckgefĂźhrt wird und nicht auf die Bedingungen einer erkenntnisunabhängigen âRealitätâ. Erkenntnisprozesse werden angestoĂen, aber sie stehen auch dann unter eigenen, z. B. kĂśrperlichen Bedingungen. Auch die Unterscheidung, ob dieser AnstoĂ von âinnenâ oder âauĂenâ kommt, wird nachträglich gemacht und steht wie alles andere auch unter den eigenen Bedingungen. Eine vom Erkenntnisprozess unabhängige âRealitätâ, von der alle Erkenntnis ausgelĂśst wird und auf die alle Erkenntnis gerichtet sei, wird im Konstruktivismus nicht als Bestandteil von Erklärungen und Theorien verwendet. Stattdessen wird dem Begriff des Beobachters, der seine Wirklichkeiten konstruiert, eine besondere Bedeutung beigemessen.
Luhmann bedient sich indes einer erkenntnistheoretischen Setzung, indem er sagt, âdass es Systeme gibtâ.cite-ref-20[20] Diese Setzung kann als ontologisch aufgefasst werden, also als Behauptung eines erkenntnisunabhängigen Fixpunkts, auf den Luhmann seine Theorie bezieht.cite-ref-21[21] Die Annahme, dass fĂźr den Beobachter keine erkenntnisunabhängige Wirklichkeit vorhanden sei, fuĂt demnach bei Luhmann auf einer Aussage, mit der Erkenntnisunabhängiges behauptet wird: âEs gibt Systemeâ.
Abgrenzung vom Handeln und vom Subjekt als zentralem Begriff
Mit der alltäglichen Vorstellung von handelnden Menschen, die durch ihre Beziehungen Systeme bilden, ist kein Zugang zur Systemtheorie Luhmanns zu finden. Es entstehen sofort unauflĂśsbare WidersprĂźche der Sätze Luhmanns zu den allgemein verstandenen Auffassungen. Eine Annäherung kann dagegen gelingen, wenn die Texte Luhmanns nicht sofort auf alltägliche Beobachtungen bezogen werden, sondern zunächst als Beschreibungen und Erklärungen hĂśchst abstrakter Ereignisse aufgefasst werden, und wenn dabei zwei Ebenen auseinandergehalten werden: (1) die Ebene der Konstitution, das heiĂt die Ebene des Entstehens und Weiterbestehens sozialer Systeme und (2) die Ebene der Beobachtung, das heiĂt die Ebene der (Selbst-)Beobachtung und (Selbst-)Beschreibung, die durch die Systeme selbst geschieht.
1. Soziale Systeme entstehen und erhalten sich durch Kommunikation (als abstrakte Operation; nicht als menschliches Handeln);
2. Die Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung der Systeme geschieht als Zurechnung von Handeln.
âAuf die Frage, woraus soziale Systeme bestehen, geben wir mithin die Doppelantwort: aus Kommunikationen und deren Zurechnung als Handlung.â âKommunikation ist die elementare Einheit der Selbstkonstitution [sozialer Systeme], Handlung ist die elementare Einheit der Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung sozialer Systeme.âcite-ref-22[22] Kommunikation als Begriff der Systemtheorie beschreibt eine abstrakte Operation und kein Handeln im allgemein verstandenen Sinne. Auch die Zurechnung ist eine abstrakte Operation. Damit erläutert Luhmann, dass Kommunikation â eine Ăźbergreifende, Selektionen synthetisierende Operation â dennoch als Handlung wahrgenommen wird. Dass handelnde Menschen beobachtet werden, wird von der Systemtheorie also keinesfalls ausgeschlossen, jedoch anders erklärt: als Resultate der spezifischen Operationen von Systemen. Das heiĂt: âMenschenâ und âHandlungenâ kommen zwar auf der Ebene der Beobachtungen vor, die Ebene der Konstitution (Entstehung) lässt sich mit diesen Begriffen jedoch fĂźr Luhmann nicht beschreiben und erklären.
Hintergrund ist das Ziel Luhmanns, âklassischeâ, âalteuropäischeâ und âsubjektivistischeâ Denktraditionen aufzugeben und die Gesellschaft vĂśllig anders (und auch nicht âklassisch logischâ) zu denken. Subjekt und Handlung sind fĂźr Luhmann keine âelementare Einheitenâ, aus der sich soziale Systeme bilden (s. o.). Die Erläuterung dieses Ziels nimmt viel Raum in den Texten Luhmanns ein und wird an vielen Stellen auf verschiedene Art und Weise wiederholt. â... mit Hilfe der Vorstellung, daĂ Systeme mit ihren eigenen Operationen eine Beschreibung von sich selbst anfertigen und sich selbst beobachten kĂśnnen, läĂt sich der Zusammenhang von Kommunikation, Handlung und Reflexion aus der Subjekttheorie (der Theorie der Subjektivität des BewuĂtseins) herauslĂśsen.âcite-ref-23[23] âSieht man den Menschen als Teil der Umwelt der Gesellschaft an (statt als Teil der Gesellschaft selbst), ändert das die Prämissen aller Fragestellungen der Tradition, also auch die Prämissen des klassischen Humanismus. Das heiĂt nicht, daĂ der Mensch als weniger wichtig eingeschätzt wĂźrde im Vergleich zur Tradition. Wer das vermutet [...] hat den Paradigmawechsel in der Systemtheorie nicht begriffen.âcite-ref-24[24]
Eigenschaften von Systemen
Differenz von System und Umwelt statt Differenz von Teil und Ganzem
Verbreitete Vorstellungen von Systemen betreffen Einzelteile, die zu einem Ganzen verbunden werden oder sich selbst zu einem Ganzen verbinden. Eine Gesellschaft besteht nach diesen (nicht von Luhmann vertretenen) Vorstellungen aus einzelnen Menschen und ihren Beziehungen. Diese Ideen stammen teilweise aus der Antike. Gesellschaftliche Prozesse wie die Entstehung oder Organisation wurden mit sozialen oder gÜttlichen Mächten erklärt.cite-ref-25[25]
FĂźr Luhmann hingegen ist erstes Kriterium die von ihm behauptete Tatsache, dass ein System sich prinzipiell gegen seine Umwelt abgrenzt. Es gibt also immer etwas, was zum System gehĂśrt, und etwas, was nicht dazu gehĂśrt (Umwelt). Auch andere Systeme gehĂśren zur Umwelt. Diese Differenz System/Umwelt liegt der gesamten Systemtheorie zugrunde.
Autopoiesis
Eine weitere wesentliche Voraussetzung fĂźr das Vorhandensein eines Systems ist die Fähigkeit, sich selbst (wieder-)herzustellen, also die Autopoiesis. Der Merksatz im Luhmannschen Sinne lautet: Wenn es sich nicht selbst macht, ist es kein System. Dabei bezog sich Luhmann auf das Konzept der chilenischen Neurobiologen Humberto Maturana und Francisco Varela. Diese wendeten das Konzept der Autopoiesis auf organische Prozesse an und meinten damit, dass Systeme sich mit Hilfe ihrer eigenen Elemente selbst herstellen. Lebewesen sind die ursprĂźnglichen Beispiele fĂźr autopoietische Systeme. FĂźr den Beobachter ereignet sich Leben von selbst, ohne dass ein äuĂerer herstellender Prozess eingreift. Luhmann Ăźberträgt dieses Konzept nicht nur auf biologische Systeme, sondern auch auf psychische Systeme und insbesondere soziale Systeme. Auch diese reproduzieren sich selbst mit Hilfe ihrer systemeigenen Operationen (zur weiteren Erklärung dieser Operationen: siehe unten).
Geschlossenheit der Operationen
Luhmann versteht unter Operation die Reproduktion eines Elements eines autopoietischen Systems mit Hilfe der Elemente desselben Systems.cite-ref-26[26] Ein System entsteht und erhält sich dadurch, dass Operationen aneinander anschlieĂen.cite-ref-27[27] Wenn organische Prozesse als Operationen aneinander anschlieĂen, entsteht ein organisches System. Wenn Gedanken als Operationen aneinander anschlieĂen, entsteht ein psychisches System (auch: âBewusstseinssystemâ). Wenn Kommunikationen als Operationen aneinander anschlieĂen, entsteht ein soziales System (auch: âKommunikationssystemâ).
Ein System besteht so lange, wie Operationen jeweils nächste gleichartige Operation ermĂśglichen. Operationen mĂźssen anschlussfähig sein. Wie eine Operation abläuft, hängt von der jeweils vorangegangenen Operation ab. Deshalb werden diese Systeme als operational geschlossen aufgefasst. So schlieĂt z. B. im psychischen System stets Bewusstsein an Bewusstsein an: Bewusstsein ist der Operationsmodus psychischer Systeme. Systemfremde Operationen wie Kommunikationen kĂśnnen daran nicht anschlieĂen. Entsprechend kĂśnnen Bewusstseinsinhalte auch nicht an organische Operationen angeschlossen werden oder umgekehrt. âSo wenig wie ein Organismus jenseits seiner Haut weiterlebenâŚâ oder âein Auge Nervenkontakt mit dem, was es sieht, herstellen kannâ, so wenig kann âein psychisches System sein BewuĂtsein operativ in die Welt hinein verlängernâ.cite-ref-28[28] Dieser Ausschluss gilt sogar fĂźr die Umwelt des eigenen KĂśrpers. Damit ist allerdings nicht gesagt, dass jedes dieser Systeme unabhängig voneinander existieren kĂśnnte. âSelbstreferentielle Geschlossenheit ist (âŚ) nur in einer Umwelt, ist nur unter Ăśkologischen Bedingungen mĂśglich.âcite-ref-29[29] Aufgabe der Systemtheorie ist es also, zu erklären wie es mĂśglich ist, dass alle diese Systemtypen trotz irreduzibler Geschlossenheit zusammenhängen und in Kontakt stehen.
Biologische Systeme
Nicht Hauptbetrachtungspunkt, aber ebenfalls Bestandteil zur Vervollständigung der Luhmannschen Systemtheorie sind Biologische Systeme. Darunter ist der KÜrper eines Lebewesens zu verstehen. Ebenso wie soziale Systeme grenzt sich ein biologisches System von seiner Umwelt ab, z. B. durch die Grenze des KÜrpers. Und ebenso wie soziale Systeme operiert es permanent, nämlich indem es lebt. Auch die Reproduktion ist eine Eigenschaft des biologischen Systems, ebenso wie der beiden anderen Systemtypen.
Psychische Systeme
Unter einem Psychischen System wird nach Luhmann ein Bewusstseinsprozess verstanden, wie er beispielsweise in einem menschlichen Gehirn stattfindet. Auch das psychische System existiert nur so lange, wie es operiert, also einen Prozess vollzieht. Wenn das psychische System damit aufhĂśrt, existiert es nicht mehr. Ein psychisches System kann laut Luhmann nicht selbst kommunizieren, aber es ist Voraussetzung dafĂźr.
Soziale Systeme
Ein soziales System ist laut Luhmann nichts anderes als Kommunikation. Die Begriffe Kommunikation und Soziales System sind derart eng miteinander verknßpft, dass sie praktisch synonym verwendet werden kÜnnen. Wann immer etwas kommuniziert, ist es ein soziales System, und umgekehrt muss jedes soziale System kommunizieren (operieren), um zu existieren. Dabei sind es ausdrßcklich nicht Menschen, die kommunizieren, sondern die Kommunikation kommuniziert selbst. Der KÜrper eines Menschen (als biologisches System) mit einem Bewusstsein (psychisches System) ist in vielen Fällen Voraussetzung fßr das Funktionieren eines sozialen Systems, also der Kommunikation, aber ein Mensch ist nicht das soziale System selbst, was oft zu Unverständnis der Luhmannschen Systemtheorie fßhrt. Dementsprechend kann ein Mensch nach dem Luhmannschen Theorieverständnis auch nicht kommunizieren, da dies nur soziale Systeme kÜnnen. Beispiele fßr soziale Systeme sind z. B. die Gesellschaft, eine Familie, ein Gespräch oder eine kurze Begegnung, nicht aber die Menschen an sich.
Luhmann erläuterte das, was er unter sozialen Systemen versteht, einmal mit den folgenden Worten:
âEin soziales System kommt zustande, wenn immer ein autopoietischer Kommunikationszusammenhang entsteht und sich durch Einschränkung der geeigneten Kommunikation gegen eine Umwelt abgrenzt. Soziale Systeme bestehen demnach nicht aus Menschen, auch nicht aus Handlungen, sondern aus Kommunikationen.âcite-ref-30[30]
Kommunikation als Operation sozialer Systeme
Der Kommunikationsbegriff bei Luhmann beruht auf der These der operationalen Geschlossenheit der Systeme in Bezug auf die systemeigenen Operationen bei gleichzeitiger informationeller Offenheit gegenĂźber ihrer Umwelt. Die Operationen der psychischen Systeme â das wären die Gedanken eines Bewusstseins â kĂśnnen das eigene System niemals verlassen. Folglich kĂśnnen sie nicht in die Kommunikation eingehen und zu einem âBestandteilâ des Kommunikationsprozesses werden. Nur Ăźber strukturelle Kopplungen kĂśnnen z. B. Kommunikationen indirekt Ăźber die Umwelt âangestoĂenâ werden. Das heiĂt, dass weder eine âdirekte Ăbertragungâ von Gedanken mĂśglich ist (zum Beispiel ins Bewusstsein eines Gesprächspartners), noch eine âdirekte Einflussnahmeâ auf den Verlauf des kommunikativen Geschehens. Der daraus resultierende Kommunikationsbegriff weicht von klassischen Theorien wie dem Sender-Empfänger-Modell deutlich ab, wobei er teils zu vergleichbaren Ergebnissen kommt (z. B. âgedacht ist nicht gesagt, gesagt ist nicht gehĂśrt [âŚ]â). Er widerspricht dem von vielen Menschen zu Grunde gelegtem intuitiven Alltagsverständnis von Kommunikation, nach dem man selbst (also das Bewusstsein) âderjenigeâ sei, der kommuniziere.
Die Annahme operativer Geschlossenheit macht es notwendig, bei Kommunikation von einem vĂśllig von Bewusstseinsoperationen verschiedenen Ereignistyp auszugehen. Da sie aber als ebenfalls systemisches Geschehen erkannt und beschrieben werden kann, muss ihr auch eine radikale Eigenständigkeit und Abgeschlossenheit gegenĂźber den Vorgängen im Bewusstsein zugeschrieben werden. Diese These wird in der Aussage Luhmanns deutlich: âDer Mensch kann nicht kommunizieren; nur die Kommunikation kann kommunizieren.âcite-ref-31[31]
Diese Unterscheidung zwischen psychischer (bewusster) und sozialer (kommunikativer) Realität kann als Versuch verstanden werden, radikal konstruktivistische Ansätze ebenso wie den Subjektivismus der Phänomenologie Husserls mit der Beobachtung von Sozialität zu vereinbaren. Beide Denkrichtungen beschreiben das Bewusstsein als geschlossen und mßssen in der Folge erklären, auf welche Weise geschlossene Bewusstseine in Kontakt zueinander stehen. Die Erklärung von Sozialität wird bei Luhmann durch die Begriffe der Emergenz und der Ausarbeitung des Kommunikationsbegriffs ermÜglicht.
Kommunikationsmedien
Die Systemtheorie Luhmanns sucht nach Erklärungen fĂźr die Beobachtung, dass trotz dieser Bedingungen, welche die Kommunikation zunächst sehr unwahrscheinlich machen, Kommunikation trotzdem stattfindet. Schrift etwa kann als Medium verstanden werden, das Kommunikation wahrscheinlicher macht. Aber auch kĂśrperliche Anwesenheit und Arbeit helfen dem Stattfinden, weil man hier den âSelektionsoffertenâ der Mitteilenden praktisch nicht aus dem Weg gehen kann (man kann nicht nicht kommunizieren).
Wahrscheinlicher wird soziales Geschehen aber auch dadurch, dass das Zustandekommen von Kommunikation auf weniger komplexe Grundlagen gestellt wird. So verläuft gesellschaftlich relevante Kommunikation nach Luhmann typischerweise ßber so genannte symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien wie Macht, Geld, Recht, Liebe, Kunst oder Wahrheit.cite-ref-32[32] Sie vereinfachen Kommunikation dadurch, dass sie diese ihrem jeweiligen Schematismus unterstellen (z. B. Macht haben/keine Macht haben, zahlen/nicht-zahlen, recht/unrecht, lieben/nicht-lieben usw.). Sie machen das Zustandekommen von Kommunikation deshalb wahrscheinlicher (und die entsprechenden gesellschaftlichen Funktionssysteme erfolgreicher).
Ein systemspezifischer Code fungiert dabei als Leitunterscheidung aller systemspezifischen Kommunikationen und macht sie als systemzugehĂśrig erkennbar. Im Wirtschaftssystem erhĂśht die Leitunterscheidung Zahlen/nicht Zahlen die Wahrscheinlichkeit, dass auf jede Zahlung eine neue erfolgt â dies wäre ein Beispiel fĂźr den Anschluss einer systemspezifischen Kommunikation an eine andere. (Kommunikation ist hier nicht als menschliche Handlung, gar als Sprachhandlung, anzusehen.) Dies funktioniert Ăźber das generalisierte Kommunikationsmedium Geld, das die letzte Zahlung mit der jetzigen verknĂźpft. WĂźrde das Geld nicht mehr als Kommunikationsmedium akzeptiert, hätte das betreffende Wirtschaftssystem seine Anschlussfähigkeit verloren.
Soziale und psychische Systeme als sinnverarbeitende Systeme
Soziale Systeme sind sinnverarbeitende Systeme. âSinnâ ist nach Luhmann fĂźr psychische und soziale Systeme ihre eigentliche, nicht reduzierbare und nicht transzendierbare Wirklichkeitsform. âNicht alle Systeme verarbeiten Komplexität und Selbstreferenz in der Form von Sinn; aber fĂźr die, die dies tun, gibt es nur diese MĂśglichkeit. FĂźr sie wird Sinn zur WeltformâŚâ.cite-ref-33[33] Luhmanns Sinnbegriff ist (mit einigen wesentlichen Unterschieden) stark an die Phänomenologie Edmund Husserls angelehnt.
Sinn kann verstanden werden als Bezeichnung fßr die Art und Weise, in der soziale und psychische Systeme Komplexität reduzieren. Die Grenze eines Systems zur Umwelt markiert somit ein Komplexitätsgefälle zwischen Umwelt und System. In einem sozialen System entsteht durch die Reduktion von Komplexität im Vergleich zur Umwelt eine hÜhere Ordnung mit weniger MÜglichkeiten (Emergenz). Durch die Reduktion von Komplexität vermitteln soziale Systeme zwischen der unbestimmten Weltkomplexität und der Komplexitätsverarbeitungskapazität psychischer Systeme. Allen psychischen und sozialen Prozessen ist ein Sinnzwang auferlegt, dabei kann Sinn weder vermieden noch verneint werden.
Typen sozialer Systeme
Luhmann unterscheidet drei Typen sozialer Systeme:cite-ref-34[34] Interaktionen, Organisationen und Gesellschaften.
Funktionale Ausdifferenzierung
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Hauptartikel
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Funktionale Differenzierung
Jedes Gesellschaftssystem grenzt sich mit Hilfe eines zweiwertigen (binären) Codes von der Umwelt ab und hält auf diese Weise den Prozess der Selbstreproduktion aufrecht. Dies sind in der Wirtschaft: zahlen/nicht-zahlen; in der Politik: Macht/keine Macht; in der Religion: Immanenz/Transzendenz; im Rechtssystem: Recht/Unrecht; im Wissenschaftssystem: wahr/unwahr; in den (Massen-)Medien: Information/Nichtinformation u. a.
Kritik
Viele Beiträge der kritischen Diskussion beziehen sich auf die Abgrenzung vom Handeln als Begriff in einer soziologischen Systemtheorie. Dabei wird die Frage gestellt, was eine soziologische Theorie nßtzt, die keine Begriffe fßr handelnde Menschen bereitstellt. Luhmann und seine Befßrworter sehen jedoch diesen Zugang ohne handelnde Menschen als das Neue und Weiterfßhrende in der Theoriebildung ßber Gesellschaften an.
Die Verbindung von (theoretischer) Erklärung und den beobachteten Phänomenen ist ein weiterer Gegenstand der Kritik. Die Kritiker sehen in der universellen Anwendbarkeit den Grund fßr die Nutzlosigkeit der neuen systemtheoretischen Erklärungen fßr konkrete praktische Probleme. Luhmann und seine Befßrworter sehen die umfassende Anwendbarkeit der neuen Systemtheorie als eine Stärke an. Demnach lässt sich mit Hilfe dieser Theorie tatsächlich alles erklären, was als gesellschaftlich bezeichnet werden kann.
Die Systemtheorie nach Luhmann ist auch aufgrund ihres hohen begrifflichen Abstraktionsniveaus umstritten. Sie stelle eher eine Begriffssammlung als ein Theoriegebäude dar: âHinter der Fassade ungeheurer Schwierigkeit und einem komplizierten Räderwerk artistischer Begrifflichkeit steckt lediglich eine Handvoll simpler Sätze: Die Welt ist kompliziert, alles ist mit allem verbunden, der Mensch erträgt nur ein begrenztes MaĂ an Kompliziertheit.âcite-ref-zipfel-2005-35-0[35] Dabei bestehe weder eine präzise und allgemein akzeptierte Definition des funktionalistischen Systembegriffs, noch gebe es Ăźber die LĂśsung der vier Problembereiche gemäà AGIL-Schema bei Parsons hinaus explizite Hypothesen.
Dadurch, dass der Anspruch der Systemtheorie lediglich darin bestehe, funktional-strukturelle Beschreibungen zu liefern, folge auch ihr Selbstverständnis als nicht im Sinne der kritischen Theorie kritisch ausgerichteten Theorie. Bekannt ist in diesem Zusammenhang Luhmanns Kontroverse mit Jßrgen Habermas.
AuĂerdem wird der Systemtheorie eine versteckte Teleologie zum Vorwurf gemacht: Indem die Zielorientierung eines Subsystems zur Erhaltung des gesamten Systems als positive Funktion gewertet wird, geschieht eine versteckte Wertung und eine Legitimation des gesellschaftlichen Status quo. Bereits Robert K. Merton hatte von latenten (verborgenen) und manifesten (expliziten) Funktionen eines Systems gesprochen und somit die funktionale Einheit eines Systems zurĂźckgewiesen.
Da Systeme jeweils nach eigenen GesetzmäĂigkeiten arbeiten, hält Luhmann Eingriffs- bzw. Steuerungsversuche eines Systems in ein anderes grundsätzlich fĂźr problematisch: Die Wirtschaft kann etwa von der Politik nur sehr bedingt gesteuert werden oder auch umgekehrt. Das Gesetz der Autopoiesis setzt laut Luhmann den BemĂźhungen einer rationalen, ethischen, gerechten Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse enge Grenzen â daher gilt Luhmann etwa im Vergleich zu JĂźrgen Habermas oder Ulrich Beck als politisch konservativ.
Diese Einschätzung ist jedoch ihrerseits als oberflächlich kritisiert worden, da beispielsweise zentrale Begriffe (neo-)konservativer Politik wie Organismus, Nation und Leitkultur in Luhmanns Systemtheorie als beobachterabhängige Konstruktionen behandelt werden, und nicht etwa als gegebene oder gar erstrebenswerte Zustände. Karl-Siegbert Rehberg sieht Luhmann als Theoretiker der Enthierarchisierung und Dezentralisierung. So sei nach Karl Mannheims Unterscheidung von konservativ und traditionalistisch Luhmann bestenfalls als traditionalistisch einzuordnen. Luhmann war âkein Konservativer, kein Anti-Aufklärer, erst recht nicht reaktionär - denn die handelnde Wiederherstellung von Vergangenheiten ist vielleicht noch lächerlicher als die handelnde Vorwegnahme mĂśglicher ZukĂźnfte. Aber ein groĂer Autor der Stabilisierung (durch Veränderung) war er eben dochâ, so Rehberg.cite-ref-zipfel-2005-35-1[35]cite-ref-36[36]
Weiterentwicklung
Luhmanns Systemtheorie wird vor allem in Deutschland und Italien rezipiert. An der Weiterentwicklung der soziologischen Systemtheorie arbeiten in Deutschland vor allem die Soziologie-Professoren und SchĂźler Luhmanns Rudolf Stichweh, Peter Fuchs, Dirk Baecker, Elena Esposito, Armin Nassehi, Helmut Willke und AndrĂŠ Kieserling. Im Rahmen der Textlinguistik ist die Systemtheorie von Christina Gansel (2011) weiterentwickelt worden.cite-ref-37[37]
Anwendungsbereiche
Zahlreiche Handlungswissenschaften wie die Psychologie, Psychotherapie, Beratung, Pädagogik, Soziale Arbeit und Organisationsentwicklung beziehen sich nicht nur auf die allgemeine Systemtheorie als Grundlagentheorie, sondern verweisen explizit auf ihre Orientierung an Luhmanns Systembegriff.cite-ref-38[38] Hierbei werden seine Definitionen und Modelle zur Erklärung von Phänomenen in sozialen, pädagogischen, therapeutischen und organisationalen Anwendungsbereichen herangezogen. Auch findet Luhmanns Systemtheorie als theoretischer Hintergrund zur Bildung von Hypothesen und zur Planung von Interventionen Verwendung.cite-ref-39[39] Dieser Bezug wird oft durch Bezeichnungen, wie âsystemischâ, âsystemisch-konstruktivistischâ oder âsystemisch-lĂśsungsorientiertâ markiert.cite-ref-40[40]
Trivia
1969 gab Luhmann bei seiner Aufnahme in die neu gegrĂźndete Fakultät fĂźr Soziologie an der Universität Bielefeld als sein Forschungsprojekt an: âTheorie der Gesellschaft; Laufzeit: 30 Jahre; Kosten: keine.âcite-ref-41[41] 28 Jahre nach dieser Antragsstellung (1997) verĂśffentlichte er sein Werk Die Gesellschaft der Gesellschaft, das als umfassende Theorie der Gesellschaft angesehen werden kann; wenig später starb er (1998).
Siehe auch
⢠Kategorie:Soziologische Systemtheorie fßr eine umfassende Liste aller deutschsprachigen Wikipedia-Artikel ßber Begriffe und Teilaspekte der soziologischen Systemtheorie, wovon die meisten von Luhmann stammen oder entscheidend von ihm geprägt wurden
Literatur
Primärliteratur (Auswahl)
⢠Soziale Systeme. Grundrià einer allgemeinen Theorie. Frankfurt am Main 1984. (2001, ISBN 3-518-28266-2)
⢠Die Wirtschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-28752-4.
⢠Die Wissenschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-28601-3.
⢠Das Recht der Gesellschaft. Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-28783-4.
⢠Die Realität der Massenmedien. 1996, ISBN 3-531-12841-8.
⢠Die Kunst der Gesellschaft. Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-28903-9.
⢠Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-28960-8.
⢠Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-518-29182-3.
⢠Die Religion der Gesellschaft. Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-518-29181-5.
⢠Das Erziehungssystem der Gesellschaft. Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-29193-9.
⢠Niklas Luhmann, Dirk Baecker (Hrsg.): Einfßhrung in die Systemtheorie. 5. Auflage. Carl Auer, 2009, ISBN 978-3-89670-459-7.
⢠Die Moral der Gesellschaft. 2008, ISBN 978-3-518-29471-0.
⢠Niklas Luhmann, AndrÊ Kieserling (Hrsg.): Politische Soziologie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-518-58541-2.
Sekundärliteratur
EinfĂźhrungen
⢠Claudio Baraldi, Giancarlo Corsi, Elena Esposito: GLU. Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1999.
⢠Frank Becker, Elke Reinhardt-Becker: Systemtheorie. Eine Einfßhrung fßr die Geschichts- und Kulturwissenschaften. Campus, Frankfurt am Main 2001.
⢠Margot Berghaus: Luhmann leicht gemacht. BÜhlau, KÜln / Weimar / Wien 2003.
⢠Michael Gerth: Luhmann fßr Einsteiger. Multimediale Einfßhrung in die Systemtheorie von Niklas Luhmann. Software, 2005 (online).
⢠Georg Kneer, Armin Nassehi: Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Eine Einfßhrung. 1993, ISBN 3-8252-1751-5. (4. Aufl. 2004)
⢠Detlef Krause: Luhmann-Lexikon. Stuttgart 2001.
⢠Walter Reese-Schäfer: Niklas Luhmann zur Einfßhrung. (= Zur Einfßhrung. Band 205). 4. Auflage. Junius, Hamburg 2001, ISBN 3-88506-305-0.
⢠Christian Schuldt: Systemtheorie. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2003. (2. Aufl. 2006)
⢠Helmut Willke: Systemtheorie. Eine Einfßhrung in die Grundprobleme der Theorie sozialer Systeme. 4., ßberarb. Auflage. Stuttgart 1993.
Kritische Diskussion
⢠Alex Demirovic (Hrsg.): Komplexität und Emanzipation. Kritische Gesellschaftstheorie und die Herausforderung der Systemtheorie Niklas Luhmanns. Mßnster 2001.
⢠Hans-Joachim Giegel, Uwe Schimank (Hrsg.): Beobachter der Moderne â Beiträge zu Niklas Luhmanns âDie Gesellschaft der Gesellschaftâ. Frankfurt am Main 2003.
⢠Hans Haferkamp, Michael Schmid (Hrsg.): Sinn, Kommunikation und soziale Differenzierung. Beiträge zu Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Frankfurt am Main 1987.
⢠Markus Holzinger, Niklas Luhmanns Systemtheorie und Kriege. In: Zeitschrift fĂźr Soziologie. Jg. 43, Heft 6, 2014, S. 458â475.
⢠Dirk Martin: Ăberkomplexe Gesellschaft. Eine Kritik der Systemtheorie Niklas Luhmanns. MĂźnster 2009.
⢠Peter-Ulrich Merz-Benz, Gerhard Wagner (Hrsg.): Die Logik der Systeme. Zur Kritik der systemtheoretischen Soziologie Niklas Luhmanns. Konstanz 2000.
Sonstiges
⢠Dirk Baecker: Wozu Systeme? Berlin 2002, ISBN 3-931659-23-2.
⢠Gralf-Peter Calliess, Systemtheorie Luhmann / Teubner. In: Sonja Buckel, Ralph Christensen, Andreas Fischer-Lescano: Neue Theorien des Rechts. Lucius und Lucius, Stuttgart 2006, ISBN 3-8252-2744-8.
⢠Thomas Latka: Topisches Sozialsystem. Heidelberg 2003, ISBN 3-89670-321-8.
⢠Holger Lindemann: Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln. Eine Einfßhrung fßr pädagogische, psychologische, soziale, gesellschaftliche und betriebliche Handlungsfelder. Vandenhoeck & Ruprecht, GÜttingen 2019.
⢠Andreas GÜbel: Theoriegenese als Problemgenese: Eine problemgeschichtliche Rekonstruktion der soziologischen Systemtheorie Niklas Luhmanns. Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 2000, ISBN 3-87940-702-9. (Univ. Diss., Essen 1999)
⢠Andreas Metzner: Probleme sozio-Ăśkologischer Systemtheorie â Natur und Gesellschaft in der Soziologie Luhmanns. Westdeutscher Verlag, Opladen 1993, ISBN 3-531-12471-4. (Volltext)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, S. 78.
cite-note-22. â Als zentral kann dazu Soziale Systeme. 1984, Kapitel 3: âDoppelte Kontingenzâ, S. 148 ff. angesehen werden. Fragestellung und Antwort S. 165 f.
cite-note-33. â Siehe z. B. Soziale Systeme. 1984, S. 243 f.
cite-note-44. â Soziale Systeme. 1984, S. 30 f.
cite-note-55. â Die Wissenschaft der Gesellschaft (1988), Die Wirtschaft der Gesellschaft (1988), Das Recht der Gesellschaft (1993), Die Kunst der Gesellschaft (1995), Die Politik der Gesellschaft (2000, postum), Die Religion der Gesellschaft (2000, postum)
cite-note-66. â Soziale Systeme. 1984, S. 242 ff.; Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, S. 60 ff.
cite-note-77. â Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, S. 65 ff. Die Geschlossenheit ist unabhängig von MaterialflĂźssen oder kausalen Wirkungen zwischen Systemen zu sehen, die ein Beobachter feststellen kann.
cite-note-88. â Die Wissenschaft der Gesellschaft, 1990, S. 23.
cite-note-99. â Eine Auflistung in: Reese-Schäfer, Walter: Niklas Luhmann zur EinfĂźhrung. Junius, Hamburg 1999, S. 176 f.
cite-note-1010. â Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, Kapitel 2.X, Kapitel 4.
cite-note-1111. â Soziale Systeme. 1984, S. 193 ff. (194; 203); Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, S. 194.
cite-note-1212. â Soziale Systeme, 1984, S. 208 f.
cite-note-1313. â Soziale Systeme. 1984, S. 225 ff., S. 241; Die Wissenschaft der Gesellschaft, 1990, S. 38.
cite-note-1414. â Soziale Systeme. 1984, S. 95.
cite-note-1515. â Siehe z. B.: Soziale Systeme. 1984, S. 175 ff: Zeit und Geschichte treten in der Systemtheorie an die Stelle von Natur oder Normen und Werten; â âRadikale Verzeitlichung des Elementbegriffsâ: 1984, S. 28; âRadikale Verzeitlichung der Systemeâ: Die Wissenschaft der Gesellschaft, 1990, S. 36 f.
cite-note-1616. â Die Wissenschaft der Gesellschaft, 1990, S. 23 ff; hier S. 31; ââblack boxâ-Konzeptâ: Soziale Systeme. 1984, S. 156 ff; Die Wissenschaft der Gesellschaft, 1990, S. 17.
cite-note-1717. â Siehe z. B.: Die Wissenschaft der Gesellschaft. S. 27.
cite-note-1818. â Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, S. 79.
cite-note-1919. â Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, S. 85.
cite-note-2020. â Soziale Systeme. 1984, S. 30.
cite-note-2121. â âDer Systembegriff steht (im Sprachgebrauch unserer Untersuchungen) immer fĂźr ein realen Sachverhalt. Wir meinen mit âSystemâ also nie ein nur analytisches System, eine bloĂe Konstruktion, ein bloĂes Modellâ. Soziale Systeme. 1984, S. 599.
cite-note-2222. â Soziale Systeme. 1984, Kapitel 4: âKommunikation und Handlungâ, S. 191â241 (240, 241)
cite-note-2323. â Soziale Systeme. 1984, S. 234; siehe auch S. 155.
cite-note-2424. â Soziale Systeme. 1984, S. 288 f.
cite-note-2525. â Vgl. Soziale Systeme. 1984, S. 20 f.
cite-note-2626. â Soziale Systeme (1984), S. 79; Claudio Baraldi, Giancarlo Corsi, Elena Esposito: GLU : Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. (= Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft. 1226). Frankfurt am Main 1999, S. 123
cite-note-2727. â Die Wissenschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main 1992, S. 271 (Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, 1001)
cite-note-2828. â Soziale Systeme. 1984, S. 556.
cite-note-2929. â Soziale Systeme. 1984, S. 25.
cite-note-3030. â Luhmann: Ăkologische Kommunikation. 1. Auflage. Westdeutscher Verlag, Opladen 1986, ISBN 3-531-11775-0, 1986, S. 269.
cite-note-3131. â Die Wissenschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main 1990, S. 31.
cite-note-3232. â Vgl. u. a. Niklas Luhmann: EinfĂźhrende Bemerkungen zu einer Theorie symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien. In: ders.: Aufsätze und Reden. Reclam, Stuttgart 2001, S. 31â75. In âDie Gesellschaft der Gesellschaftâ legt Luhmann die am weitesten ausgearbeitete Theorie der Kommunikationsmedien vor.
cite-note-3333. â Soziale Systeme. 1984, S. 95.
cite-note-3434. â Soziale Systeme, 1987, S. 16.
cite-note-zipfel-2005-3535. â Dirk Käsler, zitiert in Kunczik/Zipfel, Publizistik - ein Studienbuch, 2005, S. 84.
cite-note-3636. â Karl-Siegbert Rehberg: Konservativismus in postmodernen Zeiten: Niklas Luhmann. In: Gunter Runkel; GĂźnter Burkart (Hrsg.): Funktionssysteme der Gesellschaft : Beiträge zur Systemtheorie von Niklas Luhmann. VS, Wiesbaden 2005, S. 285â309.
cite-note-3737. â Gansel, Christina (2011): Textsortenlinguistik. GĂśttingen: Vandenhoeck & Ruprecht
cite-note-3838. â Holger Lindemann: Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln. Eine EinfĂźhrung fĂźr pädagogische, psychologische, soziale, gesellschaftliche und betriebliche Handlungsfelder. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen, 2019.
cite-note-3939. â Holger Lindemann, 2019, S. 249â258; 272â278
cite-note-4040. â Holger Lindemann: Systemisch-lĂśsungsorientierte GesprächsfĂźhrung in Beratung, Coaching, Supervision und Therapie. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2018.
cite-note-4141. â Vorwort zu seinem letzten Werk: Die Gesellschaft der Gesellschaft (Luhmann 1998, S. 11; Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1360).